Trocknungs- & Wärmeverfahren

Ein Trocknungsprozess ist vom physikalischen und chemischen Standpunkt aus gesehen ein hochkomplexer Vorgang, dessen qualitatives Endergebnis von vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird. Neben dem offensichtlichsten Faktor, der Beschichtung und deren Zusammensetzung, spielen auch weniger offensichtliche Faktoren eine Rolle. Hierzu gehören beispielsweise die Auftragsmethode (Spritzen, Gießen, Rakeln, Tauchen, Walzen, etc.), die Temperatur des Werkstücks, Auftragungsmenge, klimatische Verhältnisse usw. Um die Vorgänge, die während des Trocknungsprozesses ablaufen möglichst gut und verständlich darzulegen, ist es nötig, die Trocknung in Einzelschritte zu zerlegen, wie Entschäumung, Verdunstung, Vernetzung und Abkühlung. Jede dieser Phasen ist maßgeblich für die Qualität des Endprodukts und für sich zu betrachten.

Information

Die RGT-Regel (Reaktionsgeschwindigkeit-Temperatur-Regel, van-’t-Hoff’sche Regel) ist eine Faustregel der chemischen Kinetik und erlaubt die Abschätzung vieler Phänomene. Sie besagt, dass chemische Reaktionen bei einer um 10° K erhöhten Temperatur doppelt bis viermal so schnell ablaufen.

Einfluss von Schichtdicke und Trockenart
Konvektion-Trocknung: Trockenzeit nimmt mit der Schichtdicke ungefähr mit dem Quadrat zu.
Strahlung-Trocknung:    Trockenzeit nimmt mit der Schichtdicke ungefähr proportional zu.